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SPORT BILD: Herr Hyypiä, von einem der besten Klubs der Welt sind Sie zum so genannten Vize-kusen gewechselt. Wissen Sie, was Sie da getan haben?
Sami Hyypiä (35): Ich war mir darüber schon im Klaren, als ich hier unterschrieben habe (lacht). Aber ich glaube nicht, dass es einen Bayer-Fluch oder ähnliches gibt. Was in der Vergangenheit liegt, kann ich nicht beeinflussen. Wichtig ist, dass wir kommende Saison besser abschneiden als zuletzt - natürlich möglichst nah an der Spitze.
Was ist denn möglich für Bayer?
Ich habe mit dem FC Liverpool zehn Jahre lang um Titel gespielt - und einige gewonnen. Das ist immer wieder ein großartiges Gefühl, und das will ich natürlich auch mit Bayer Leverkusen erleben. Unser Minimalziel muss es sein, den europäischen Wettbewerb zu erreichen. Das ist wichtig für den Verein und für die Entwicklung jedes Spielers. Aber eines ist auch klar: Das wird kein Selbstläufer. Bayern München ist der große Favorit. Dazu kommen acht, neun Mannschaften, die sich auf einem ähnlichen Niveau befinden. Wir müssen diesen direkten Konkurrenten vom ersten Spieltag an zeigen, dass wir zu den absoluten Topteams gehören wollen.
Und Ihre Gegenspieler werden das zu spüren bekommen?
Ich denke, die Stürmer wissen, dass sie es bei mir mit einem harten aber fairen Verteidiger zu tun haben. Die vielen neuen Gegenspieler - das ist eine tolle Herausforderung für mich. Es gibt sehr viele gute Stürmer in der Bundesliga. Ich nehme jeden ernst und alle müssen erst einmal gestoppt werden, egal, welches Trikot sie tragen oder welcher Name auf dem Rücken steht.
Sie setzen dabei auf Ihre Erfahrung?
Ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen (lacht). Aber ich fühle mich nicht wie 35 - ich bin topfit. Die Regenerationsphasen nach Spielen oder harten Trainingseinheiten dauern etwas länger als mit 20 Jahren. Aber das ist bei mir der einzige Unterschied. Ich war nie der schnellste, von daher konnte ich in dem Bereich nicht mehr viel abbauen (lacht).
Warum hat man in Liverpool dennoch nicht mehr auf Sie gesetzt?
Genau weiß ich das nicht. Fakt ist, dass ich voriges Jahr nicht mehr so viele Spiele machen durfte. Aber ich bin nicht der Typ, der damit zufrieden ist, jeden Tag zu trainieren und am Spieltag dann auf der Bank oder zu Hause zu sitzen. Deshalb habe ich mich für etwas Neues entschieden.
Warum gerade Leverkusen?
Ich hatte viele Optionen, weiterhin in der Premier League zu spielen. Aber nach zehn Jahren in Liverpool wäre es mit der Akzeptanz bei den Fans eines anderen Klubs problematisch geworden. Das Angebot aus Leverkusen kam daher wie gerufen.
Wie kam der Kontakt mit Bayer zustande?
Den ersten Kontakt gab es nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales. Michael Reschke war im Stadion und anscheinend von meiner Leistung angetan. Nach der Partie wurde mir gesagt, dass Bayer Interesse an mir hat. Wir haben uns unterhalten und dann ging alles ganz schnell.
Haben Sie sich über den Klub erkundigt?
Natürlich. Ich habe mit meinen ehemaligen Mitspielern Markus Babbel, Philip Degen und Didi Hamann gesprochen. Sie alle haben sehr positiv über Leverkusen gesprochen, das hat mir die Entscheidung erleichtert.
Haben Sie ihnen auch von der Bundesliga erzählt?
Das brauchten sie nicht. Ich verfolge die Bundesliga schon seit Jahren, denn es ist eine der Topligen Europas. Dass ich jetzt, mit 35 Jahren, noch einmal die Gelegenheit bekomme hier zu spielen, ist eine tolle Herausforderung. Vielleicht kann ich noch nicht hundertprozentig einschätzen, was mich erwartet. Aber auch deshalb kann ich kaum erwarten, dass es losgeht.
Glauben Sie, dass Sie einen Stammplatz haben werden?
Ich bin hier hergekommen, um zu spielen, denn es gibt für einen Fußballer nichts Schlimmeres, als auf der Bank zu sitzen. Natürlich muss ich mich gegen die Konkurrenten durchsetzen, aber ich gebe alles dafür und arbeite jeden Tag hart.
Wie kommunizieren Sie eigentlich mit den Kollegen?
Die meisten sprechen Englisch, von daher gibt es wenige Probleme. Zudem verstehe ich sehr gut deutsch. Es ist zwar schon eine halbe Ewigkeit her, aber ich hatte in der Schule fünf Jahre Deutschunterricht - nur mit dem Sprechen hapert es. Das will ich so schnell wie möglich verbessern. Bevor ich nach England gegangen bin, war ich zwei Jahre in Holland, so dass ich ein bisschen holländisch spreche - das hat ja Ähnlichkeit und hilft daher ein bisschen.
Sie haben zwei Jahre Vertrag, also noch zwei Jahre Zeit, um die Sprache perfekt zu lernen.
Wir werden sehen, wie ich mich in zwei Jahren fühle. Ich kann mir durchaus vorstellen, noch länger zu spielen, aber das entscheide ich, wenn es so weit ist.
Quelle: SportBild.de
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